Erzgruben Erlebniswelt Sonthofen

Vom 14. bis zum 19. Jahrhundert wurde an der Südseite des Grünten Erz gewonnen. Ein gut konzipiertes Museumsdorf gibt Einblick in die Welt des Eisenabbaus. Die interessante Besichtigung der Stollen lässt sich ideal mit der Wanderung durch die Starzlachklamm verbinden.

Erzgruben Erlebniswelt Sonthofen

Führung durch die Erzgruben Erlebniswelt Sonthofen

Spannende Zeitreise zu den Anfängen des Erzabbaus

Zunächst geht es mit dem Erzgrubenbähnle von Burgberg bzw. dem nördlich davon gelegenen Parkplatz Steinbruch zum Eingang des Museumsdorfes hinauf. Alternativ kann man auch zu Fuß von Burgberg über den Berggasthof Alpenblick oder über die Starzlachklamm in jeweils knapp zwei Stunden zum Museumsdorf hinaufwandern. Dort wird man in einer Geologie-, einer Bergbau- und einer Schmiedehütte über die Naturgegebenheiten und die Verarbeitung des Eisens, die Verhüttung im Hochofen, aber auch die tägliche schwere Arbeit eines Schmiedes informiert. An Aktionstagen wird in der originalgetreu aufgebauten Schauschmiede tatsächlich geschmiedet. Im Freigelände sind Kohlemeiler, Hochofen und Rennofen ebenso zu finden wie uralte Sagen und Mythen zum Erzbergbau. Im sogenannten »Grubi-Stadel« gibt es Filme zum historischen Bergbau und vom Grünten zu sehen.

Zugang über die Starzlachklamm
Wer nicht mit dem Erzgrubenbähnle hochfahren möchte, dem empfehle ich, über die Starzlachklamm aufzusteigen. Hierfür folgt man der Anreisebeschreibung von Tour 10. Vom Parkplatz folgt man aber nicht der Routenbeschreibung des Anstiegs, sondern geht den Bach entlang zum Eingang der Starzlachklamm (Eintrittsgebühr). Nach der Klamm geht es über Stufen ins Almgelände hinauf. Hier folgt man rechts zuerst der Beschilderung »Alpe Topfen«, um über diese die Teerstraße und schließlich das Museumsdorf zu erreichen.

Auf den Spuren der Bergleute

Erzgruben Erlebniswelt Sonthofen

Die Erzgruben Erlebniswelt Sonthofen auf einen Blick

Im Anschluss sollte man eine Grubenführung machen, die sowohl für Kinder wie Erwachsene sehr abwechslungsreich ist. Diese dauert gute zwei Stunden und erfordert festes Schuhwerk. Neben dem Andreas-Tagebau und der Anna-Grube wird vor allem die Theresien-Grube besichtigt. Ca. 60 m geht es über den recht breiten Stollenzugang in das Bergwerk hinein. Zahlreiche Meißelspuren, nachgebaute Holzpodeste, auf denen ein Knappe stehend arbeitet, sowie ein Knappe, der mühsam einen vollbeladenen Grubenhunt schiebt, zeugen von der schwierigen und gefahrvollen Arbeit. Die Kleidung dieser Menschen, auch das Schuhwerk entspricht nicht den heutigen Maßstäben, aber auch die Beleuchtung der Gruben war seinerzeit mit rauchenden Holzspänen oder Tierfett- und Öllampen nur spärlich und oft unangenehm. Wassereinbrüche wurden häufig zur tödlichen Gefahr, ebenso wie der Umgang mit dem Schwarzpulver zum Sprengen des Gesteins. Die Knappen, die hier arbeiteten, hatten zwar für damalige Verhältnisse einen guten Verdienst, waren aber ständig den Gefahren des Berges und der relativ einfachen Technik ausgesetzt. In der nassen, kalten Grube ständig zu arbeiten und dann bei Wind und Wetter in einer armseligen Hütte die ganze Woche vor der Grube zu hausen, machte oft krank und brachte zahlreiche Leiden. Die Bergleute wurden nicht älter als 30, 40 Jahre. Nach der Tour kann man auf der Aussichtsterrasse vom Knappenhock einkehren.

Informationen zur Erzgruben Erlebniswelt Sonthofen

Ausgangs-/Endpunkt Dorfplatz Burgberg bzw. Winkel
Anfahrt Bahn: Mit dem Zug nach Immenstadt und von dort mit dem Bus 9782 nach Diepolz.
Auto: Über die B 12 und A 7 bzw. direkt über die A 7 zum Autobahndreieck Allgäu. Auf der A 980 bis Ausfahrt Waltenhofen und auf der B 19 bis Ausfahrt Immenstadt Süd/ Rettenberg. Weiter Richtung Rettenberg und kurz davor rechts nach Burgberg.
Gehzeit 3–4 Std
Einkehr Bergwirtschaft Knappenhock sowie weitere Almwirtschaften
Informationen Erzgruben: das Gelände ist täglich von Ende April bis Ende Oktober geöffnet; alle wichtigen Informationen zu aktuellen Abfahrtszeiten der Bahn, Öffnungszeiten und Preisen gibt es auf www.erzgruben.de
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